derGesangsladen in den Medien

WDR: FrauTV:

Beitrag zum Thema Stimme


WDR5: Neugier genügt (29.07.2014)

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Kölnische Rundschau vom 27.02.2014

Eine Art von Meditation

Mitsingkonzert in der Lutherkirche mit Liedern aus aller Welt – Gute Akustik lädt zum Mitmachen ein



SÜDSTADT. Wenn Birgit Schlenther von ihrer Liebe zur Musik spricht, gerät sie gelegentlich ins Stocken. Worte scheinen nicht der richtige Weg zu sein, ihre Beziehung zum Einklang von Stimme, Melodie und emotionaler Resonanz zu beschreiben. „Ich sehe mich nicht zwangsläufig als eine spirituelle Person, aber die Art und Weise wie mich die Musik erfüllt, ist nicht von dieser Welt. Da ist etwas, das über das rein Körperliche des Singens hinaus geht.“

Besonders in der indischen Musik gibt es Mantras, die über unser Liedverständnis hinaus gehen, und die man stundenlang singen kann, die von leichten Variationen leben und die mich auf eine Art erfüllen, die schwer in Worte zu fassen sind. Es hat etwas von einer Meditation. Wenn ich mal schlecht drauf bin, singe ich solche Stücke einfach für ein paar Stunden und bin sowohl körperlich wie seelisch geerdet. Diese Erfahrung will ich mit Gästen teilen.“ Am Sonntag trat sie zum dritten Mal im Rahmen eines Mitsingkonzertabends in der Südstädter Lutherkirche auf, um zusammen mit 100 Gästen Lieder aus aller Welt zu singen.

Vom Mantra zur Romantik

Neben traditionellen indischen Mantra wie „Shiva Shambo“ oder „Ad Gureh Nameh“ fanden auch Lieder wie die Eichendorff-Adaption „Schläft ein Lied in allen Dingen“, kirchlich motivierte Stücke wie „Oh, fill my heart“ oder zeitgenössische Stoffe wie Manfred Mauenbrechers „Engel“ ihren Platz im Programm. Für instrumentale Begleitung sorgte dabei Marita Linde, die am Klavier vor dem riesigen Wandgemälde des griechischen Künstlers Christos Koutsouras Platz genommen hatte.

Seit zehn Jahren leitet Schlenther den Gesangsladen in der Innenstädter Reinoldstraße und hat sich die Lutherkirche aus zweierlei Gründen ausgesucht: „Neben der starken Akustik die der Saal bietet, empfinde ich starke Sympathie für die Lutherkirche und die Projektarbeit die hier von Seiten der Kirche und der Südstadt Leben e.V. geleistet wird.“

Ein Lob den Sonja Gruppe Organisatorin des Südstadt Leben Nur zurückgeben kann. „Die Mitsingkonzerte sind in kurzer Zeit zu einer sehr be- liebten Tradition geworden, die wir sehr gern fortsetzen.“

Ein Teil der Erlöse des Abends gehen derweil in die vielseitige Projektarbeit der Lutherkirche, die von wohltätiger Hilfe für Obdachlose, Behinderte, Erkrankte und Menschen mit schweren Schicksalen bis hin zu Solidaritätsveranstaltungen für die Demonstranten in der Ukraine reichen. (chr)

 

WDR FRAU TV: Singen nach Krebs (6.10.2016)

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Kölnische Rundschau vom 11/2016

Konzertreife in sechs Wochen

Psychisch Behinderte und ihre Betreuer sangen gemeinsam



GUMMERSBACH. In sechs Wochen von null auf hundert: Stimmen schulen, ein Konzertprogramm auf die Beine stellen, unbekannte Lieder einstudieren? Jeder, der schon einmal in einem Chor gesungen hat, weiß, dass das eine wahre Herkulesaufgabe ist.

Der Chor der Oberbergischen Gesellschaft zur Hilfe für psychisch Behinderte (OGB) in Gummersbach hat diese Aufgabe mit Bravour bewältigt. Mit seiner Kölner Chorleiterin Birgit Schlenther bat der gemischte Chor aus Klienten, Angehörigen und Mitarbeitern jetzt zum Mitsingkonzert in das Foyer des Kreishauses und trug unter anderem einen Popsong von Bruno Mars, einen Text von Eichendorff und ein tibetisches Mantra vor.

Zustande kam der Chor, weil die Kreissparkasse Köln aus den Mitteln des PS-Zweckertrages 3500 Euro an die Gummersbacher Gesellschaft überwiesen hat - mit dem Hinweis, dass der Betrag an ein Einzelprojekt gebunden sei. OGB-Geschäftsführer Rainer Drevermann, der übrigens auch selbst zum Chormitglied wurde, wusste gleich: "Damit müssen wir etwas Besonderes machen." Seine Mitarbeiterin, Anne Dreger, erinnerte sich an "Frau Höpker", die regelmäßig zum Gesang bittet. Sie telefonierte kurzerhand mit Katrin Höpker, die die Idee zwar toll fand, aber ausgebucht war. Die Kölnerin empfahl ihre Kollegin, die Gesangslehrerin Birgit Schlenther, und die reiste zu den Proben nach Marienheide.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch, wie sie jetzt zugab. "Mir war anfangs nicht klar, inwieweit ich den Chor fordern konnte." Doch schnell stellte sich heraus, dass die Sängerinnen und Sänger nicht nur mit größter Freude, sondern auch mit allergrößter Disziplin bei der Sache waren. "Sie fingen an, die Lieder auch außerhalb der Proben zu singen. Ich hatte das Gefühl, der Gesang erzeugte eine anhaltende Fröhlichkeit", freut sich Schlenther.

Das Zutrauen zum eigenen Können wuchs stetig, doch auch das Lampenfieber vor dem Auftritt. Und so waren die Gesichter der Akteure zunächst noch angespannt. Der Stress allerdings wich mit jeder gesungenen Zeile, das Lächeln wurde breiter, die Bewegungen entspannter. Am Ende war die Zugabe war ein Muss.

Peter Wienand, Klient der Oberbergischen Gesellschaft aus Wipperfürth, war vom Chorgesang so begeistert, dass er weitermachen möchte. "Ich hatte anfangs keine Vorstellung, wie das werden würde mit dem Singen. Aber dann hat das Proben in der Gemeinschaft so viel Spaß gemacht, dass ich sofort wieder mitmachen würde", sagt der 50-Jährige überzeugt.

Überlegungen, das Projekt weiterzuführen, gibt es auch schon. Und dann steht auch einem zweiten Konzert nichts im Wege. (kpo)